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Abstrakte Lichtwellen

Man bleibt, wo man hingehört und wer nicht bleiben kann, gehört halt nirgends hin oder eine arglose Beisetzung. - Katja Brunner

  • 28. Sept. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Apr.

Eine immersive Theaterarbeit über die Neutralität der Schweiz. In der offenen Werkstatt des Freiwerks werden so manche Entdeckungen gemacht. UniTheater Basel, Premiere: 28. September 2023, Freiwerk Basel


Ein Stück über die Schweiz von A wie kein Adolf Hitler bis Z wie Zwang: Die Heidis laden die Gäste zum Heimatabend im gemütlichen Igelbau. Gar arbeitssam ist man in diesem Igelbau, der eine Heimat für alle nicht sein kann: wo kämen wir denn da hin? Vom Fuchs ist die schöne Heimat auch nie ganz sicher. Die Heidis sind deshalb allzeit bereit, ihren Igel und seinen Bau zu verteidigen. Derweil hält ein Verlorener eine Augustrede und Anna Göldi, wiedergekehrt aus dem Flammenmeer, lauscht dem ältesten Igel Europas, der eigentlich genug von seinem stacheligen Einkugeln hat.

Die Frage, was die vielgerühmte Schweizer Neutralität genau bedeuten soll, könnte aktueller nicht sein. Doch die Kluft zwischen dem Postkartenbild, dass dieses kleine Land gerne von sich malt und der tatsächlichen gesellschaftlichen Realität ist gross. Das Stück schlägt einen Bogen von einer mystifizierten Vergangenheit zu brennenden Diskursen der Gegenwart und zeigt: Die Aushandlung, wer zur Schweiz gehört, wer hier als Gast geduldet wird und wer nicht auf Dauer bleiben darf, ist nie neutral.

«Diese Alpen Glühen nicht, es lodert bloss das Höllenfeuer»

Katja Brunners Stück ist eine schmerzhafte Abrechnung mit der Schweiz und ihrer Eigenart, überall mitzumischen, ohne jemals wirklich dabei zu sein. Ein Stück, das auf Füsse tritt und uns, wie auch das Publikum, zu einer Auseinandersetzung mit vergangener Nazikooperation und fortwährendem Rassismus zwingt. Die altbekannten Symbole der Schweiz bekommen dabei ein selbstbestimmtes Eigenleben und beginnen sich zu wehren…

Mitwirkende


Spiel:

Mamadou Balde

Sophie Eberle

Linus Graber

Lorenz Grimm

Mara Ludwig

Nina Hurni

Nino Näf

Shereen Schobinger

Chantal Studer

Regie:

Johannes Voges

Regiemitarbeit:

Lea Pehnt

Dramaturgie:

Johannes Voges

Sounddesign:

Jonas Kipfer

Produktionsleitung:

Linus Graber, Nina Hurni, Nino Näf




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